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Medizintourismus? Welcher Medizintourismus? simon Mo., 08.09.2025 – 16:24 Artikel 9. September 2025 Sophie Malka Die Motion 24.4292, mit der FDP-Nationalrätin Jacqueline de Quattro «Asylgesuchen, die nur aufgrund einer medizinischen Behandlung in der Schweiz eingereicht werden, ein Ende setzen» möchte, stützt sich auf zwei Argumente. Das erste greift den Mythos des «unechten Flüchtlings» auf, der keinen Schutz durch die Schweiz benötige und nur ins Land komme, um das System auszunutzen – in diesem Fall das Gesundheitssystem. Das zweite Argument besteht darin, einen Einzelfall zu verallgemeinern, der Schlagzeilen gemacht hat. Dabei geht es um Georgier, die angeblich zur Behandlung in die Schweiz gekommen sind – einem Fall, «bei dem es um teilweise exorbitante Summen ging». Analyse und Kommentar von Sophie Malka von asile.ch. Der Mythos des «unechten Flüchtlings»Jacqueline de Quattro behauptet: «Zahlreiche Staatsangehörige aus Ländern, die keinen Anspruch auf Asyl begründen, kommen in die Schweiz, um sich hier auf Kosten der Allgemeinheit oftmals teuren Behandlungen zu unterziehen.» Man könnte meinen, Frau de Quattro benötige Nachhilfe im internationalen Recht. Sie sollte daran erinnert werden, dass es Länder, «die keinen Anspruch auf Asyl begründen», nicht gibt. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sieht vor, dass «jeder Mensch das Recht [hat], in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu geniessen» (Art. 14). Frau de Quattro präzisiert im Folgenden ihre Gedanken und spricht von «Wirtschaftsmigrantinnen und -migranten, die Asyl beantragen» oder von Asylsuchenden «ohne echte Asylgründe». Auch hier erscheint es trivial, daran zu erinnern, dass eine Person, die keine Asylgründe hat, einen ablehnenden Entscheid erhält. Und dass ein Gesundheitsproblem nach Schweizer Recht kein Asylgrund ist. Verallgemeinerung eines EinzelfallsIn ihrer Motion spricht de Quattro vom «Phänomen der Asylgesuche, die nur gestellt werden, um von einer medizinischen Behandlung in der Schweiz zu profitieren». Dabei stützt sie sich insbesondere auf einen «Fall von Personen aus Georgien, bei dem es um teilweise exorbitante Summen…
