Zukunft der Asyl- und Migrationsbewegung: Visionen auf dem Prüfstand

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Zukunft der Asyl- und Migrationsbewegung: Visionen auf dem Prüfstand simon Di., 24.02.2026 – 12:09 Artikel 25. Februar 2026 Simon Noori Der Kongress der Asyl- und Migrationsbewegung im November 2025 brachte eine Bewegung zusammen, die trotz anhaltender politischer Angriffe, stetiger Gesetzesverschärfungen und gesellschaftlicher Polarisierung weder sprachlos noch resigniert ist. An der zentralen Podiumsdiskussion des Kongresses wurden zwar keine fertigen Antworten präsentiert, dafür aber ein kollektiver Denkraum eröffnet: ein Versuch, unterschiedliche Erfahrungen, politische Perspektiven und strategische Zugänge miteinander ins Gespräch zu bringen – und sie mit der Realität eines zunehmend repressiven migrationspolitischen Klimas zu konfrontieren.Schon die Einleitung von Moderator Guy Zurkinden verdeutlichte, vor welchem Hintergrund das Podiumsgespräch geführt wurde. Zurkinden beschrieb die politische Landschaft als geprägt von rassistischer Normalisierung, dem Erstarken der extremen Rechten, institutioneller Gleichgültigkeit gegenüber dem Sterben an den Grenzen und einer Asylpolitik, die Kontrolle systematisch über Schutz stellt. Der Anspruch des Podiums war jedoch nicht, sich im Lamento zu verlieren, sondern Visionen für die Zukunft zu formulieren – und sie zugleich einer Realitätsprüfung zu unterziehen.Fünf Stimmen, fünf politische ZugängeFünf Podiumsbeiträge eröffneten unterschiedliche, aber miteinander verwobene Blickwinkel auf diese Zukunft. Mahtab Aziztaemeh, Mit-Koordinatorin des Flüchtlingsparlaments und Co-Geschäftsleiterin von «Bildung für alle – jetzt!», diskutierte politische Teilhabe als Machtfrage. Geflüchtete seien nicht länger Objekte politischer Entscheidungen, sondern politische Subjekte, bereit, Verantwortung zu übernehmen. Teilhabe dürfe nicht symbolisch bleiben, sondern müsse strukturell verankert werden – nicht aus Grosszügigkeit, sondern weil Demokratie, Gesellschaft und Zusammenleben davon profitieren. Die Forderung «Mit uns, nicht über uns» erhielt so eine explizit politische Zuspitzung.Einen radikal menschenrechtlichen Horizont entwarf Lea Hungerbühler, Anwältin und Präsidentin von AsyLex. Ihre Vision zielte paradoxerweise auf das eigene Überflüssigwerden: auf eine Zukunft, in der Menschen Schutz erhalten, ohne kämpfen zu müssen, in der Kinder ohne Angst zur Schule gehen, Familien zusammenleben können und Menschen nicht mehr aufgrund ihres Aufenthaltsstatus kontrolliert, inhaftiert oder entrechtet… 

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